Badmintonclub Uzwil

Geschichte

Am 8. September 1966 wurde der Badmintonclub Uzwil im Restaurant Jakob in Wünnewil von der Delegiertenversammlung des SBV aufgenommen. Mittlerweile ist der Badmintonclub Uzwil der grösste Badmintonclub der Schweiz und zählt ziemlich genau 200 Aktivmitglieder. Der Badmintonsport ist in der Region Uzwil sehr populär. Nach Fussball und Tennis ist Badminton die beliebteste Sportart in Uzwil und Umgebung – speziell für eine Randsportart.

Nachwuchs
Der Badmintonclub Uzwil setzt immer wieder neue Massstäbe, dies auch dank der professionellen Führung. Der Verein ist für seine konstante Nachwuchsarbeit bekannt. Uzwil besitzt die grösste eigenständige Nachwuchsabteilung der Badmintonschweiz. Wöchentlich stehen 15 Trainerinnen und Trainer im Einsatz. Die Förderung junger Talente ist nicht nur in den Statuten festgehalten, sondern gehört zur festen Philosophie. Seit bald 45 Jahren bringt der Verein ununterbrochen junge Talente an die nationale Spitze und zählt somit zu den bedeutendsten Talentschmieden im Schweizer Badmintonsport. So gehören zur Zeit ungefähr 120 Junioren dem Verein an. In verschiedenen Trainingsgruppen (Alters- und Niveaugruppen) werden sie entsprechend gefördert. Kinder ab 6 Jahren flitzen bereits dem Federball hinterher. Die Freude am Badmintonsport steht im Vordergrund. Ein Ziel der Juniorenförderung ist es, immer wieder Eigengewächse ins NLATeam zu integrieren.

Leistungssport
Aktuell bestreiten 6 Mannschaften (NLA, NLB, 1. Liga, 2. Liga, 3. Liga und 4. Liga) die Interclubmeisterschaften. Damit ist der Verein in jeder Liga mit einem Team vertreten. Das Fanionteams spielt seit über 35 Jahren in der Nationalliga A. 1982, 1991 und 2009 schaffte es die Mannschaft in den Playofffinal und wurde Vize-Schweizermeister. In den Saisons 2013/14 und 2014/15 konnte dann der Badmintonclub Uzwil erstmals auch den Schweizermeistertitel in der Nationalliga A gewinnen. Ein historischer Erfolg, der die letzte Lücke schloss.

Breitensport
Neben den Wettkampfspielern verfügt der Badmintonclub Uzwil auch über eine grosse Abteilung von Plauschspielerinnen und -spielern, die jeweils am Freitag- und Mittwochabend ihre ungezwungenen Trainings- und Spielabende geniessen. Ebenso finden verschiedene Plauschanlässe statt, welche zu einem gesellschaftlichen und attraktiven Vereinsleben beitragen.

Richard Véron – Gründer und Clubvater


Als der Badmintonclub Uzwil im Jahre 1966 gegründet wurde, war einer massgeblich daran beteiligt: Ritschi Véron. In den Anfängen des Vereins spielte seine Männerrunde noch im Garten, später in einer alten Bauernscheune, wo der Wind für die eifrigen Badmintonspieler kein Problem mehr darstellte. Der Verein wuchs rasant, obwohl Badminton noch gänzlich unbekannt war. So rekrutierte Ritschi kurzerhand auf den Fussballplätzen junge Sportler. Mit viel Herzblut führte er «seinen» Nachwuchs während rund 30 Jahren stets an die Schweizer Spitze.

Ritschi Véron stand bis zuletzt täglich in der Badmintonhalle – als Nachwuchstrainer und Motivator. An der Hauptversammlung 1995 wurde er für sein Lebenswerk zum Ehrenmitglied des Badmintonclub Uzwil ernannt.

Im Januar 2001 verstarb Ritschi Véron nach kurzer Krankheit. Danach hielt uns seine Ehefrau Huldi Véron jahrelang die Treue. Sie besuchte fast ausnahmslos jedes Heimspiel des Fanionteams und brachte stets einen Kuchen mit. Sie starb im Frühjahr 2012.

Rund ein Jahr vor seinem Tod wurde Ritschi Véron in einem Interview von Matthias Zindel zu den Anfängen des Vereins befragt. Ein Interview aus dem Jahr 2000.

Wie kamst du auf die Idee, einen Badmintonclub zu gründen?
Früher spielte ich sehr oft Fussball. Leider kugelte ich mir damals das Knie aus und musste aufhören. Deshalb suchte ich mir einen neuen Sport und kam auf das Spiel mit Federball und Schläger. Ich kaufte mir ein Netz und spielte wie verrückt mit meinen Kollegen im Garten. Wir hatten Glück, dass die Frau eines Kollegen eine gute deutsche Badmintonspielerin war. Sie brachte mich auch auf die Idee, einen Verein zu gründen.

Gab es bei der Gründung Probleme?
Nein, eigentlich nicht. Einzig Statuten brauchten wir, um unseren Club zu gründen. Da wir in dieser Hinsicht keine Ahnung hatten, bekamen wir ein Muster eines anderen Badmintonvereins.

Hat es bei der Gründung schon Badmintonclubs in der Region gegeben?
Ja, aber erst wenige. Es gab einen Verein in St.Gallen und zwei Vereine in Zürich. Die anderen waren in der Westschweiz.

War die Juniorenförderung schon bei der Gründung dein Ziel?
Nein, auf diese Idee kam auch die deutsche Spielerin Brigitte Geser-Ochs. Sie schlug uns vor, die Junioren zu trainieren. Das machten wir auch. Es nahm alles seinen Lauf. Wir besuchten die J+SLeiterkurse, um den Kindern die richtige Technik zu lehren und bald kamen die ersten Erfolge.

Heute ist unser Verein der grösste und erfolgreichste Badmintonclub der Schweiz. Wie ist dieser Erfolg zu erklären?
Ich denke, dass tatsächlich die Juniorenförderung ausschlaggebend ist. Unsere Trainer besuchen ständig weiterbildende Kurse und können deshalb die neusten technischen Finessen an die Jugendlichen weitergeben. Ein guter Bestandteil der Förderung sind sicher auch die jährlichen Trainingslager.

Wieso denkst du, dass der Badmintonsport nach Fussball in der Region Uzwil so populär ist?
Ein Grund sind bestimmt die vielen Zeitungsberichte. Das Publikum wird ständig über Turniere und sonstige Resultate informiert. Ein zweiter Grund wird die Organisation von grösseren Anlässen, wie Turniere und NLA-Spiele sein. Den Leuten wird immer eine gute Show geboten. Da spielt das gute Zusammenspiel zwischen Präsident Thomas Müller und OK-Chef Adrian Müller eine grosse Rolle.

Was war bisher dein schönstes Erlebnis beim BC Uzwil?
Als wir 1979 in die NLA aufgestiegen sind. Da hatten wir riesig Freude.

Gab es auch ein unschönes Erlebnis?
Ja, das war 1989. Auf einen Schlag wurden die beiden erfolgreichen Nationalspieler Jürgen van der Pot und Bettina Villars fristlos entlassen. Das war für mich ein denkwürdiger Moment.

Welche Ziele sollte der Badmintonclub Uzwil in den nächsten Jahren verfolgen?
Auf die nächste Saison wird vermutlich eine neue Spielerin für die NLA verpflichtet. Andererseits muss unser Ziel sicher die Juniorenförderung bleiben, so dass man die Spieler aus dem eigenen Kader in die NLA nehmen kann.

Dieses Interview führte Matthias Zindel im Jahr 2000. Ein knappes Jahr später verstarb Richard «Ritschi» Véron.

Das Vereinslogo

Beide Logos vom Badmintonclub Uzwil sind eine beständige Angelegenheit. Das heutige Logo wurde im Jahr 1981 gestaltet. Obwohl es immer wieder Kritik einstecken muss, trotzt es hartnäckig den bisherigen Versuchen einer Neugestaltung.

Historischer Abriss

1966 Vereinsgründung durch Richard «Ritschi» Véron
1972 Gewinn Bodensee-Cup und Einzug in den Cup-Halbfinal
1978 Erstmaliger Aufstieg in die NLB
1979 Erstmaliger Aufstieg in die NLA und Einzug in den Cupfinal
1981 Thomas Müller wird Vereinspräsident
1981 Erstes Junioren-Trainingslager in Meiringen
1982 Erstes Junioren-Trainingslager in Näfels
1986 Clientis Bank Oberuzwil (ehemals Ersparnisanstalt Oberuzwil) wird Hauptsponsor
1987 Organisation der Elite-Schweizermeisterschaften
1998 Organisation der Junioren-Mannschafts-Schweizermeisterschaften
2003 Organisation der Elite-Schweizermeisterschaften
2005 Ehrung zum Verein des Jahres im Kanton St.Gallen
2011 Abstieg in die NLB
2011 Jürg Schadegg wird Vereinspräsident
2012 Direkter Wiederaufstieg in die NLA
2014 Gewinn erster NLA-Schweizermeistertitel und Teilnahme Team-Europacup in Frankreich
2014 Erstmals in allen Interclub-Ligen mit einer Mannschaft vertreten
2014 Erhalt des Qualitätslabels «Sport-verein-t» (höchste Vereinsauszeichnung im Kanton SG)
2015 Gewinn zweiter NLA-Schweizermeistertitel und Teilnahme Team-Europacup in Frankreich
2016 50-Jahr-Jubiläum mit drei grossen Festen (Ehemalige, Nachwuchs, Aktivmitglieder)
2016 Ehrung zum Verein des Jahres im Kanton St.Gallen